Die Spitex gewinnt in der Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig sind gut vorbereitete Fachpersonen entscheidend, damit Einsätze sicher, professionell und in hoher Qualität geleistet werden können. Viele Fachpersonen interessieren sich für Einsätze in diesem Bereich, bringen aber noch keine Erfahrung im ambulanten Umfeld mit. Genau hier setzen die Einführungstage der Spitex St. Gallen und careanesth an.

Veröffentlicht am 25.06.2026 in Erfahrungsbericht Partner Erfolgsgeschichten
Die Gesundheitsversorgung befindet sich im Wandel. Immer mehr Behandlungen und pflegerische Leistungen werden ambulant durchgeführt, gleichzeitig bleiben viele Menschen länger zuhause und treten, wenn überhaupt, deutlich später in ein Alters- oder Pflegeheim ein.
Damit wächst auch die Bedeutung der Spitex stetig. Der Bedarf an qualifizierten Fachpersonen nimmt seit Jahren zu. «Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Bedarf bei uns praktisch verdoppelt», sagt Martina Frey, Teamleiterin Spitex Centrum bei der Spitex St. Gallen. Nebst dem Fachkräfte Mangel müssen kurzfristige Ausfälle sowie Mutterschaftsabwesenheiten aufgefangen werden.
Doch obwohl sich viele Pflegefachpersonen und Fachpersonen Gesundheit für Einsätze in der Spitex interessieren, bringt nicht jede Fachperson bereits Erfahrung im ambulanten Bereich mit. Genau hier setzt ein gemeinsames Modell der Spitex St. Gallen und Careanesth AG an: spezielle Einführungstage für Fachpersonen, die neu in der Spitex starten möchten.
Für Peri Lisa war der Wunsch nach etwas Neuem ausschlaggebend. «Mich hat gereizt, ein anderes Umfeld kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln», erzählt sie. Spitex-Einsätze kannte sie zuvor nicht.
Der Wechsel vom stationären Bereich in die ambulante Pflege bringt jedoch Herausforderungen mit sich. «In der Spitex ist man alleine unterwegs», erklärt Martina Frey. «Man hat zwar telefonischen Support, trifft Entscheidungen aber selbstständig vor Ort.»
Auch Peri Lisa beschreibt die Verantwortung als anders. «Man ist zwar kompetent, aber es ist etwas anderes, alleine unterwegs zu sein und Entscheidungen selbst treffen zu müssen, als wenn man diese in einem Team besprechen kann.»
Neben der fachlichen Kompetenz brauche es deshalb auch ein hohes Mass an Selbstständigkeit, Sozialkompetenz und Selbstbewusstsein. Denn die Arbeit in der Spitex findet mitten im Alltag der Klientinnen und Klienten statt. «Wir sind Gäste bei den Menschen zuhause», sagt Martina Frey. «Das reicht vom Haushalt mit ausgeprägter Hortungsproblematik bis zur Luxuswohnung.»
Zusätzlich kommen organisatorische Herausforderungen dazu: Wegzeiten, Tourenplanung, unterschiedliche Verkehrsmittel oder knappe Parkplatzsituationen. «Wenn man sich verspätet, verschiebt sich der ganze weitere Ablauf», erzählt Peri Lisa.
Um Fachpersonen gezielt auf diese Anforderungen vorzubereiten, setzt die Spitex St. Gallen auf individuelle Einführungstage. Dabei begleiten neue Mitarbeitende erfahrene Fachpersonen direkt im Alltag.
«Die Einführung erfolgt in einer 1:1-Begleitung auf Tour», erklärt Martina Frey. Wie intensiv diese Begleitung ausfällt, wird individuell abgestimmt, abhängig von der jeweiligen Person und dem geplanten Einsatz.
Dabei geht es nicht nur um pflegerische Tätigkeiten, sondern auch um Sicherheit im Alltag: Dokumentation, Tourenplanung, organisatorische Abläufe oder der Umgang mit unterschiedlichen Situationen zuhause gehören ebenfalls dazu.
Für Peri Lisa war diese Begleitung entscheidend. «Es hat mir geholfen, alleine zu arbeiten und die Tour selbstständig durchführen zu können. Ich habe mich dadurch sicherer gefühlt.»
Bis jedoch wirklich Routine entstand, brauchte es Zeit. «Bis ich mich mit allem wohlgefühlt habe, gingen sicher drei Wochen», erzählt sie offen.
Gerade diese Ehrlichkeit zeigt, weshalb strukturierte Einführungstage wichtig sind. Sicherheit entsteht nicht von heute auf morgen, sondern durch Begleitung, Erfahrung und Praxis.
Solche Modelle entstehen nicht von selbst. Sie setzen voraus, dass alle Beteiligten bereit sind, Zeit und Ressourcen in eine sorgfältige Einführung zu investieren.
Die Einführungstage sind bewusst als Investition in Qualität und nachhaltige Zusammenarbeit gedacht. Der Aufwand lohnt sich: Fachpersonen gewinnen Sicherheit, Betriebe profitieren von gut vorbereiteten Mitarbeitenden und die Qualität der Versorgung bleibt gewährleistet.
Auch aus Sicht der Betriebe ist eine gute Einführung zentral. «Wir haben einen hohen Anspruch an die Qualität», betont Martina Frey. «Und es zahlt sich aus, die Einführung sauber zu gestalten.»
Gleichzeitig gehe es aber auch um Offenheit, Kommunikation und Eigenverantwortung. Entscheidend sei zudem eine ehrliche Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. «Offene Rückmeldungen und Transparenz sind enorm wichtig. Es soll für alle eine Win-win-Situation sein», sagt Martina Frey.
Dabei spiele auch die Haltung gegenüber temporären Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. «Die Temporären sollen nicht für uns arbeiten, sondern mit uns.»
Dass dies bei der Spitex St. Gallen gelebt wird, zeige sich auch im Alltag. Temporäre Mitarbeitende würden bewusst integriert und als Teil des Teams wahrgenommen. «Wir vermissen sie nach den Einsätzen jeweils sogar», sagt Martina Frey schmunzelnd.
Was eine gute temporäre Fachperson in der Spitex ausmacht? Für Martina Frey stehen Fach- und Sozialkompetenz gleichermassen im Mittelpunkt. «Es braucht starke Persönlichkeiten mit hoher Fach- und Sachkompetenz.»
Gleichzeitig brauche es Offenheit, Selbstständigkeit und die Fähigkeit, sich auf unterschiedlichste Menschen und Situationen einzulassen.
Heute erlebt Peri Lisa die Arbeit in der Spitex als abwechslungsreich und bereichernd. Besonders ihre Erfahrung aus der Psychiatrie helfe ihr im Alltag häufig weiter. «Dieser Hintergrund hilft enorm», sagt sie.
Auch die Vielfalt der Einsätze schätzt sie sehr. Von PEG-Sonden über Ulcus-cruris-Versorgungen bis hin zu komplexen Situationen zuhause sei alles dabei. «Diese Abwechslung macht Spass.»
Martina Frey beobachtet gleichzeitig, dass sich auch die Anforderungen in der Spitex verändern. Themen wie Infusionstherapien, komplexe Wundversorgung, Palliative Care oder spezialisierte Demenz-Teams gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Umso wichtiger werden Modelle, die Fachpersonen gezielt begleiten und weiterentwickeln. «Das ist eine klassische Win-win-Situation», sagt Martina Frey. «Die Mitarbeitenden erhalten neue Einblicke und die Organisation profitiert gleichzeitig von qualifizierten Fachpersonen.»
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen lässt sich nicht mit kurzfristigen Lösungen bewältigen. Umso wichtiger werden partnerschaftliche Modelle, die Entwicklung, Qualität und Zusammenarbeit langfristig fördern.
Die Einführungstage zeigen, wie solche Lösungen in der Praxis aussehen können: Fachpersonen erhalten die Möglichkeit, neue Bereiche kennenzulernen und Sicherheit zu gewinnen. Betriebe profitieren gleichzeitig von vorbereiteten Mitarbeitenden und nachhaltiger Unterstützung.
Für Peri Lisa ist klar: «Spitex ist nicht für jede Person geeignet – weil vieles anders ist als im stationären Bereich. Aber man sollte es ausprobieren.»
Besonders wertvoll sei dabei die Begleitung zu Beginn gewesen. «Die Einführungstage geben Sicherheit.»
Und genau darum geht es letztlich: Sicherheit für Mitarbeitende, Qualität für Klient/innen und tragfähige Lösungen für Betriebe.
Die Arbeit in der Spitex bietet abwechslungsreiche Aufgaben, viel Eigenverantwortung und spannende Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich einen Einsatz im ambulanten Bereich vorstellen kann oder mehr über die Einführungsmöglichkeiten erfahren möchte, darf sich gerne unverbindlich mit uns austauschen.