Wie sieht Hilfe aus, wenn sie wirklich ankommt? Um das zu verstehen, begleiten wir René Beer (Leiter Spitex, Psychiatrie, Langzeitpflege & Sondereinrichtungen bei careanesth) nach Sri Lanka, wo er seit vielen Jahren persönliche Beziehungen pflegt und gezielt hilft. Seine Eindrücke zeigen, wie direkte Unterstützung vor Ort wirkt – und wie viel sie für Kinder und ältere Menschen verändern kann.

Publié le 09.04.2026 in Témoignages Actualités | 0
Wenn ich in Sri Lanka ankomme, ist da sofort wieder dieses vertraute Gefühl: die Wärme, die Gerüche, die Menschen. Ich reise seit über 20 Jahren dorthin und habe in dieser Zeit nicht nur die Kultur lieben gelernt, sondern auch viele Freundschaften geschlossen.
So bin ich irgendwann auch auf die Heime aufmerksam geworden. Viele der Kinder haben ihre Eltern verloren oder mussten von ihnen abgeben werden, weil sie nicht für sie sorgen konnten. Hinter jedem Gesicht steht eine eigene Geschichte, ein eigenes Schicksal und genau das hat mich nie mehr losgelassen.
Dank der Unterstützung von der careanesth-Weihnachtsspende kann ich heute noch gezielter helfen – direkt vor Ort, dort wo es wirklich ankommt.
Auf meiner Reise besuchte ich mehrere Einrichtungen: ein Altersheim sowie ein Mädchen- und ein Jungenheim. Die Situationen sind unterschiedlich und doch verbindet sie alle dasselbe: Es fehlt an vielem, was für uns selbstverständlich ist.
Überall, wo ich hinkomme, bringen wir zuerst das, was am dringendsten gebraucht wird: Lebensmittel. Reis, Linsen, Mehl, Zucker, Milchpulver, einfache Dinge, die Sicherheit geben und den Alltag überhaupt erst möglich machen.
Im Altersheim leben rund 60 Frauen. Viele sind auf Unterstützung angewiesen. Neben Lebensmitteln konnten wir hier auch einen Rollstuhl organisieren und Geld für Arztkosten, Medikamente und weitere Versorgung hinterlassen.
In den beiden Kinderheimen, mit rund 30 Mädchen und etwa 15 Jungen, geht es oft zusätzlich um Perspektiven. Neben Lebensmitteln helfen wir, laufende Kosten wie Strom- und Wasserrechnungen zu decken oder notwendige Reparaturen an den Gebäuden zu ermöglichen, oder neue sanitäre Einrichtungen bauen zu lassen.
Ein besonderer Moment war es, allen Mädchen eine neue Schuluniform zu ermöglichen. Dazu kommen Schulmaterialien; Hefte, Stifte, Farben. Dinge, die nicht nur den Schulalltag erleichtern, sondern auch Stolz und Zugehörigkeit vermitteln.
Bei den Jungen konnten wir zusätzlich Geld für Kleidung und Schuhe bereitstellen. Dinge, die im Alltag oft fehlen oder schnell ersetzt werden müssen.
Im Speisesaal hängen Fotos von jungen Menschen, die es geschafft haben, die studieren oder eine Karriere aufgebaut haben oder heute sogar im Ausland leben und arbeiten. Sie sind Vorbilder für die anderen und zeigen: Auch aus schwierigen Verhältnissen kann etwas entstehen.
Wenn ich vor Ort bin, wird mir jedes Mal bewusst, wie einfach viele Menschen leben und mit welchen Herausforderungen sie täglich konfrontiert sind – zu wenig Essen, hohe Strom- und Wasserkosten oder Schulgeld und aktuell unbezahlbare Benzinpreise.
Kein Benzin bedeutet keine Mobilität und keine Mobilität führt dann oft auch zu keiner Arbeit, das führt zu keinem Essen, unbezahlten Rechnungen etc. Eine Negativspirale findet so Ihren Anfang. Die Situation hat sich seit dem Beginn des Krieges in Nahost drastisch verschlechtert für die Menschen in Sri Lanka.
Vieles, was für uns in der Schweiz selbstverständlich ist, ist es dort nicht. Und genau deshalb bin ich überzeugt: Mit vergleichsweise wenig können wir viel bewirken.
Für mich ist dieses Engagement mehr als ein Projekt, es ist eine persönliche Verbindung zu diesen Menschen und Orten.
Ein grosses Dankeschön an careanesth und an alle, die das möglich machten.
Die Unterstützung kommt genau dort an, wo sie gebraucht wird.
Und wenn auch du etwas beitragen möchtest:
Wenn du mit einem kleinen Beitrag in der aktuellen Situation konkret unterstützen möchtest, kannst du dich gerne bei mir melden. Ich zeige dir transparent, wie und wo deine Spende wirkt.
René Beer
Leiter Spitex / Psychiatrie / Langzeitpflege & Sondereinrichtungen
Careanesth AG
Bahnhofstrasse 73
CH-8001 Zürich
Tel: +41 44 879 79 79